Český Krumlov Guide: Highlights, Hidden Gems & Reisetipps
Im Mai ging es für mich wieder nach Tschechien, dieses Mal habe ich ein paar schöne Tage genutzt, um eine Stadt zu besuchen, die schon länger auf meiner Wunschliste stand: Český Krumlov (Krumau an der Moldau). Von der Wiener Stadtgrenze aus war ich mit dem Auto gerade einmal zweieinhalb Stunden unterwegs und schon bald stand ich mitten in dieser märchenhaften kleinen Stadt an der Moldau.
Ich habe mir zwei Tage Zeit genommen und ich wäre am liebsten noch länger geblieben! Auch, wenn die Stadt klein scheint, fand ich es sehr schön, nicht einfach nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abzuhaken, sondern wirklich die Atmosphäre ganz in Ruhe zu genießen. Denn genau das macht Český Krumlov für mich aus.
In diesem Blogartikel nehme ich dich mit durch Český Krumlov, zeige dir meine Lieblingsorte und verrate dir, warum sich ein längerer Aufenthalt lohnt!
So erlebst du Český Krumlov am Schönsten
Bevor es mit den konkreten Highlights losgeht, mein wichtigster Tipp gleich vorweg: Nimm dir Zeit und lass dich einfach treiben.
Die Stadt selbst ist angenehm klein und du kannst alles bequem zu Fuß erkunden, also die perfekten Voraussetzungen, um erst einmal ganz ohne Plan loszugehen. Ich kann dir wirklich nur empfehlen, einfach durch die Gassen zu spazieren oder an der Moldau entlang zu schlendern und natürlich die vielen Ausblicke auf die Stadt zu genießen. Setz dich unbedingt auch in eines der gemütlichen Cafés oder Restaurants mit einer Terrasse am Wasser oder versteckt in einer kleinen Seitengasse. Kurz gesagt, nimmt dir Zeit und lass die besondere Atmosphäre auf dich wirken.
So schön es aber ist, einfach durch Český Krumlov zu spazieren, ein paar Orte sind mir ganz besonders in Erinnerung geblieben. Und genau die möchte ich dir jetzt zeigen!
Die Burg- und Schlossanlage


Wenn man in Český Krumlov unterwegs ist, dann kann man einen Ort auf keinen Fall übersehen: die riesige Burg- und Schlossanlage, die hoch über der Stadt thront. Egal wo man gerade spazieren geht, der bunte Schlossturm taucht immer wieder irgendwo zwischen den Hausdächern auf. Und genau deshalb war das auch mein allererstes Ziel. Schon der Weg dorthin über die Latrán-Straße ist richtig schön. Irgendwann stehst du dann vor dem großen, roten Tor zum Schlossareal, das man eigentlich gar nicht verfehlen kann.
Tipp: Links vom roten Tor befindet sich die ehemalige Schlossapotheke. Heute ist darin zwar eine Bar untergebracht, aber die historische Fassade ist immer noch absolut sehenswert.
Die gesamte Schlossanlage ist bis hinauf zum Schlossgarten komplett gratis zugänglich. Nur wenn du die Innenräume, den Schlossturm oder das Barocke Schlosstheater sehen möchtest, brauchst du ein Ticket. Ich habe mich, wenig überraschend, erst einmal für die Aussicht entschieden und bin danach noch durch die Schlosshöfe spaziert.
ÖFFNUNGSZEITEN UND TICKETS:
1. Besichtigungsroute Innenräume
2. Besichtigungsroute Innenräume
Barockes Schlosstheater
Über 162 Stufen hinauf auf den Schlossturm


Insgesamt gibt es fünf Schlosshöfe, die alle miteinander verbunden sind. Gleich im zweiten Schlosshof befindet sich der Eingang zum Schlossturm. Über eine überdachte Treppe auf der linken Seite gelangst du in einen kleinen Innenhof mit dem Ticketschalter. Das Ticket beinhaltet übrigens auch den Eintritt ins Burgmuseum, das habe ich dieses Mal aber ausgelassen und bin stattdessen direkt nach oben gegangen. 162 Stufen führen hinauf, was aber sehr gut machbar war.
Oben wartet eine Aussicht, die einfach traumhaft ist. Erst von hier sieht man richtig gut, was Český Krumlov so besonders macht: die Moldau, die sich in Schleifen durch die Stadt zieht, die Dächer der Altstadt und direkt daneben die beeindruckende Schlossanlage. Auf der offenen Aussichtsplattform kannst du rundherum gehen und die Stadt aus allen Perspektiven sehen. Ich hätte dort ewig stehen können und frage lieber nicht, wie viele Fotos ich gemacht habe.


ÖFFNUNGSZEITEN SCHLOSSTURM
1.4. – 31.5.: täglich 9 – 16.30 Uhr
1.6. – 31.8: Mo – Do und So: 9 – 17.30 Uhr / Fr & Sa: 9 – 18.30 Uhr
1.9. – 31.10.: täglich 9 – 16.30 Uhr
1.11. – 20.12.: Di – So 9 – 15.30 Uhr
TICKETS:
Erwachsene: 280 CZK (~11,50 €), 18 – 24 Jahre/Senioren: 220 CZK (~9 €), Kinder 6 -17 Jahre: 80 CZK (~3,20 €)
Kostenlos mit der ČK CARD
ADRESSE:
Zámek 59
Fünf Schlosshöfe und die Mantelbrücke

Aber irgendwann konnte ich mich dann auch wieder losreissen (ich wusste ja, dass noch ein paar tolle Ausblicke folgen werden) und ich habe die restlichen Schlosshöfe erkundet. Das lohnt sich auf jeden Fall, weil jeder einzelne ganz anders aussieht und etwas Besonderes zu bieten hat.
Tipp: Im Durchgang zwischen dem zweiten und dritten Hof gibt es auf der linken Seite einen kleinen Balkon, von dort aus hast du eine großartige Aussicht auf die Stadt und ich finde es ist auch ein hübsches Fotomotiv.


Ein ganz besonderes Highlight war für mich die Mantelbrücke, die das Schloss u.a. mit dem Schlossgarten verbindet. Von oben hat man nicht nur wieder diesen weiten Blick über die Stadt, zusammen mit den Statuen und den offenen Gängen ist sie auch selbst richtig sehenswert. Meinen echten Wow-Moment hatte ich aber später, als ich unten vor der Brücke gestanden bin und nach oben geschaut habe, das war schon wirklich beeindruckend.


Eine traumhafte Aussicht und der Schlossgarten
Im fünften Schlosshof wird es dann noch einmal so richtig fotogen: Die Mauer mit ihren Rundbögen rahmt die Stadt darunter perfekt ein.

Und danach habe ich dort auch noch einen meiner absoluten Lieblings-Aussichtspunkte entdeckt: Links neben dem Weg führt eine kleine Tür zu einer Terrasse. Von dort hast du eine der schönsten Aussichten der ganzen Stadt. Obwohl hier oben einiges los war, bin ich lange einfach nur da gestanden und habe den Moment genossen.
Tipp: Falls du eine Pause brauchst: Es gibt dort auch ein paar Bänke und einen kleinen Imbiss.


Noch ein Stückchen weiter nach oben, kommst du dann zum Schlossgarten. Ich war am zweiten Tag zeitig in der Früh dort und es war unglaublich friedlich. Kein Mensch weit und breit, nur Vogelgezwitscher und dieses goldene Morgenlicht über der Stadt. Der Garten selbst ist bei meinem Besuch im Mai gerade erst so richtig aus dem Winterschlaf erwacht, aber man konnte schon erahnen, wie schön der Barockgarten bald sein wird.
ÖFFNUNGSZEITEN SCHLOSSGARTEN:
ab Mai: täglich 7 – 19 Uhr
im Oktober: täglich 7 – 17 Uhr
EINTRITT:
gratis



Tipp: Im Schlossgarten befindet sich das barocke Lustschloss Bellarie mit der berühmten, drehbaren Zuschauertribüne des Freilichttheaters. Eine Theateraufführung unter freiem Himmel an diesem Ort ist bestimmt ein ganz besonderes Erlebnis!
Gassen, die Moldau und ein weiterer Ausblick
Ja, ich weiß, ich habe am Anfang gemeint, man soll Český Krumlov am besten einfach ganz ohne Plan und bestimmtes Ziel erkunden. Aber trotzdem möchte ich dir ein paar meiner Lieblingsorte und versteckten Ecken dann doch nicht vorenthalten.
Die lebendige Latrán-Straße


Latrán ist nicht nur ein eigener Stadtteil sondern gleichzeitig auch die wahrscheinlich bekannteste Straße der Stadt. Die Straße ist so schön zum Durchbummeln, ich mochte die historischen Häuser mit den bunten Fassaden und die vielen kleinen Geschäfte (viele Souvenirgeschäfte und Dinge wie Lebkuchen, Keramik, Schmuck, Holzwaren, Blumen uvm.)
Ein ganz besonderer Blickfang ist die ehemalige Kirche St. Jobst (Kostel svatého Jošta), in der sich heute das Flößereimuseum befindet.


Inmitten all dieser historischen Häuser fällt auch ein modernes Gebäude auf, in dem das Café und Bistro Kolektiv untergebracht ist. Ich habe es mir draußen auf einer der kleinen Fensterbänke gemütlich gemacht und ganz entspannt das Treiben beobachtet. Genau so fühlt sich ein perfekter Städtetrip-Moment an!
CAFÉ UND BISTRO KOLEKTIV
täglich 8 – 18 Uhr
Latrán 13


Die Latrán-Straße und die anschließende Radniční-Straße sind übrigens die ideale Ausgangsbasis, um die Umgebung zu erkunden. Man kann immer wieder spontan in eine der kleinen Seitengassen abbiegen und wieder etwas Neues sehen.
Tipp: Genauso habe ich in einer winzigen Seitengasse der Latrán das richtig nette Lokal „Nonna Gina“ entdeckt. Es gibt draußen nur ein paar Tische, aber man sitzt dort richtig gemütlich, die Pizza hat geschmeckt und es war einfach ein schöner Abend.


PIZZERIA NONNA GINA
täglich 11 – 23 Uhr
Klášterní 52
Über die Baderbrücke in die Altstadt
Wenn du der Latrán-Straße bis zum Ende folgst, landest du direkt auf der historischen Baderbrücke (Lazebnický most). Sie verbindet das Schlossviertel mit der Altstadt und du hast in eine Richtung einen Blick auf die Moldau und die Häuser direkt am Wasser, und auf der anderen Seite ragt die Burg über dir auf. Sobald du die Brücke dann überquert hast, stehst du mitten in den Gassen der eigentlichen Altstadt.


Na Fortně: Eine Kunstinstallation und mein erster Blick auf die Moldau
Obwohl die Altstadt stellenweise natürlich sehr gut besucht ist (besonders am Wochenende), reichen oft schon ein paar Schritte abseits der Hauptwege, und es wird sofort ruhiger. Ein guter Tipp ist die winzige Gasse Na Fortně. Wenn man hier durchschlendert, kommt man an einer kleiner Kunstinstallation vorbei, die ein wirklich ausgefallener Fotospot ist. Diese stammt vom tschechischen Bildhauer und Keramiker Miroslav Páral, der dort sein Atelier hatte und sehr stark mit Český Krumlov verbunden war.


Das Beste wartet aber am Ende der Gasse: Wenn du durch den kleinen Torbogen gehst, stehst du ganz plötzlich direkt am Ufer der Moldau. Der Blick auf den Fluss und die Kulisse mit den Häusern am gegenüberliegenden Ufer ist einfach wunderschön. Ich bin hier ein bisschen am Wasser entlangspaziert. Es war herrlich ruhig und der Ausblick (ja, ich wiederhole mich, ich weiß), einfach toll. Beim nächsten Mal werde ich mir auf jeden Fall ein Getränk holen und mich ein bisschen ans Ufer setzen, vielleicht schaffe ich es ja zum Sonnenuntergang.
Auffallen werden die hier bestimmt auch die roten Bänke und Stühle und die „Fussbank“, diese stammen übrigens auch von dem oben erwähnten Künstler Miroslav Páral. Die Uferpromenade trägt seit 2025 sogar seinen Namen („Náplavka Miroslava Párala“).



Durch die Parkán-Gasse & hinauf zum Seminargarten
Wie die meisten kleinen Gassen hier, hat die Parkán-Gasse, erst einmal nichts Spektakuläres an sich. Und trotzdem sind sie auf ihre eigene Art ganz besonders mit dem Kopftsteinpflaster, den bunten Häusern und hier versteckt sich übrigens sogar ein kleines Stück Kunstgeschichte: Das Haus mit der Nummer 111 ist das Geburtshaus von Egon Schieles Mutter.
Tipp: Unbedingt die Gasse bis ganz nach vorne gehen. Von dort siehst du hinauf zum Regionalmuseum (das gelbe Gebäude) und nur ein paar Minuten später kommst du zu einem weiteren Aussichtspunkt, der es auch ganz klar unter meine Lieblings-Aussichten in Český Krumlov geschafft hat, nämlich dem Seminargarten.


Dafür geht es am Ende der Parkán-Gasse durch den Durchgang im roten Haus und dann nach rechts in Richtung Moldau, die Stufen hinauf, dann links halten, vorbei am Regionalmuseum und schon stehst du im Seminargarten. Und was soll ich sagen? Die Aussicht hier oben aus dieser wieder etwas anderen Perspektive war (wieder einmal) traumhaft und man kann sich hier so richtig vorstellen, warum Český Krumlov Egon Schiele damals so inspiriert hat (dazu später aber noch mehr).
Tipp: Wenn möglich, komm zur Golden Hour zum Seminargarten, dann ist das Licht hier oben besonders stimmungsvoll.


Wenn du danach der Horní-Straße weiter folgst, kommst du nach wenigen Minuten zum Hauptplatz der Stadt, dem náměstí Svornosti. Hier steht das Rathaus und wie hübsch sind diese bunten Häuser? Man kann hier auch wunderbar auf einer der Bänke eine kurze Pause einlegen.


Ein Streifzug durch weitere Gassen der Altstadt
Eine weitere, richtig süße Entdeckung war die Masná-Gasse, dort hängen sogar Lichterketten für die besonders schöne Abendstimmung.
Mein persönliches Highlight in dieser Gasse war das kleine Café Masná 130. Ich bin hier eher zufällig vorbeigekommen und hatte das Glück, einen der wenigen Tische draußen zu ergattern. Ich fand es hier so angenehm zu sitzen und obwohl man hier eigentlich auf Kaffee spezialisiert ist, gab es für mich einen sehr guten Chai Latte. Das Bananenbrot kann ich übrigens ganz besonders empfehlen.
CAFÉ MASNÁ 130
Mi 11 – 17 Uhr / Do – So 9 – 17 Uhr
Masná 130


Gleich auf der gegenüberliegenden Seite der Masná-Gasse liegt die Dlouhá-Straße. Folgst du dieser bis zum Ende, kommst du wiederum zur Široká–Straße und damit zu einem richtigen Postkartenmotiv. Ich will ja niemanden langweilen, aber auch hier haben mir die bunten Häuser so gut gefallen und wie süß sind die Geschäfte mit den Fensterläden.


Das Egon Schiele Art Centrum
Von weitem siehst du dann auch schon die Reiterstatue vor dem Eingang des Egon Schiele Art Centrums. Das Museum ist nicht nur etwas für Schiele-Liebhaber, sondern ist meiner Meinung nach generell ein sehr interessanter Ort.


In der permanenten Ausstellung erfährst du Interessantes über Egon Schieles Leben und seine Verbindung zu Český Krumlov. Seine Mutter wurde hier geboren und er selbst hat 1911 einige Monate in der Stadt verbracht und in einem kleinen Gartenhäuschen gelebt und gearbeitet. Lange blieb er allerdings nicht: Den Einheimischen war sein Lebensstil und seine Kunst ein Dorn im Auge und er musste die Stadt schließlich verlassen, kam aber trotzdem immer wieder für kurze Besuche zurück. Im Museum sieht man neben Zeichnungen und Grafiken auch viele persönliche Dinge wie Möbel, Briefe, Fotos und Skizzen seiner Krumau-Motive. Ich fand die Ausstellung sehr modern und gelungen aufbereitet, sie bietet nicht nur spannende Einblicke, sondern ist auch optisch richtig gut gemacht.


Neben der Schiele-Ausstellung gibt es auch immer wieder wechselnde zeitgenössische Kunst zu sehen. Bei meinem Besuch waren das zum einen beeindruckende Holz-Skulpturen des österreichischen Künstlers Lois Fasching. Zum anderen die Werke des tschechischen Künstlers Luděk Rathouský, besonders seine großformatigen Gemälde haben mir richtig gut gefallen.


Tipp 1: Schau am Ende unbedingt auch noch in den Museumsshop. Neben Kunstbüchern, Katalogen, Plakaten und Postkarten findet man dort auch richtig schöne Geschenkartikel und Souvenirs aus tschechischer Produktion.
Tipp 2: Nimm nach dem Museumsshop den Ausgang zur Hradební-Gasse und sieh nach oben: Dort „fliegen“ ein paar rote Hirsche über die Gasse.
ÖFFNUNGSZEITEN EGON SCHIELE ART CENTRUM:
Di – So 10 – 18 Uhr
TICKETS:
Erwachsene: 280 CZK (~11,50 €), Studenten / Senioren: 230 CZK (~9,40 €), Kinder bis 6 Jahre gratis
Kostenlos mit der ČK CARD
ADRESSE:
Široká 71
Der Blick auf den Burgfelsen, die Mantelbrücke und noch ein Coffee-Spot


Vom Egon Schiele Art Centrum noch einmal zurück, führt der Weg auf die Burg zu. Zuerst kommst du aber an der Krumauer Mühle vorbei und über eine kleine Holzbrücke.
Tipp: Das Restaurant in der Mühle hat einen netten Gastgarten direkt am Wasser mit tollem Blick auf die Burg und die Mantelbrücke. Das Essen selbst habe ich nicht getestet.
Und dann wartet auch schon der „Wow-Anblick“, über den ich vorhin schon geschrieben habe: Du stehst vor der Mantelbrücke. Hier kannst du jetzt entweder hinauf zum Schlossgarten spazieren (einfach unter der Brücke durch und links den Stufen folgen) oder du schlenderst noch ein bisschen am Moldau-Ufer entlang. Rechts von der Brücke, gibt es eine Art kleine Halbinsel. Hier kann man sich auf die Stufen oder die Bänke setzen und ganz entspannt die Sicht auf die riesige Felswand und die Burg genießen.


Die kleine Holzbrücke gleich daneben ist so ein süßer Fotospot und ein Cafe, das Drunken Coffee, habe ich dort auch wieder entdeckt. Die Terrasse ist gemütlich, die Getränke waren eine richtig gute Erfrischung und einen „kleinen“ Kuchen habe ich mir auch noch gegönnt. Irgendwie hat es sich auf dieser Reise so ergeben, dass ich ständig in Cafés oder Bistros gelandet bin, aber ich bin an so netten Plätzchen vorbeigekommen, da konnte ich einfach nicht widerstehen.
DRUNKEN COFFEE
täglich 10 – 20 Uhr
Dlouhá 95


Die Südvorstadt
Wenn man die Altstadt ein Stück hinter sich lässt und Richtung Südvorstadt spaziert, wird es gleich viel ruhiger und man merkt sofort, dass sich kaum Touristen hierher verirren. Für mich unverständlich, denn dieser Stadtteil ist auf jeden Fall sehenswert und zeigt noch einmal eine ganz andere Seite von Český Krumlov.
Der Stadtpark


Mein erster Stopp war der Stadtpark. Außer einer Gruppe spielender Kinder war ich dort fast komplett allein. Ich bin den Weg mit Blick auf die Moldau entlangspaziert. Auf der einen Seite sieht man sehr schön bis hinauf zur St.-Veit-Kirche, während man am anderen Ende des Parks über Stufen direkt zum Fluss hinuntergehen kann. Dort ist eine kleine Holzplattform im Wasser. Mir wurde erzählt, dass die Locals hier im Sommer sogar im Fluss schwimmen gehen! An einem schönem Wochenende ist da bestimmt ein bisschen mehr los, aber bei meinem Besuch hatte ich diese kleine Idylle ganz für mich allein.
Das Egon Schiele Gartenhaus & Atelier
Weiter ging es vorbei an der Synagoge, einem Bau, der heute vor allem für Veranstaltungen genutzt wird und in dem sich auch ein kleines Café befindet.


Ganz in der Nähe der Synagoge liegt ein weiterer sehr interessanter Ort, das Egon-Schiele-Gartenhaus & Atelier.
Der Maler hat hie im Jahr 1911 für einige Monate gelebt und gearbeitet, im Atelier entstanden auch einige seiner bekannten Krumauer Bilder. Das Haus selbst liegt malerisch mit Blick auf die Moldau und ist von einem terrassenartigen Garten umgeben, in dem sogar ein paar Weinstöcke wachsen.


Das Atelier kann besichtigt werden. Bei meinem Besuch war es leider geschlossen, aber der Spaziergang durch den Garten hat sich trotzdem ausgezahlt. Es gibt dort im Sommer auch ein sehr nettes Café und ich sehe mich beim nächsten Mal schon mit einem Buch und einem guten Getränk dort sitzen und die Ruhe genießen.
ÖFFNUNGSZEITEN EGON SCHIELE GARTENHAUS:
Juni: Sa und So: 11 – 17 Uhr
Juli und August: täglich 10 – 19 Uhr
TICKETS:
50 CZK (~2 €), Kinder bis 15 Jahre gratis
ADRESSE:
Linecká 343
Tipp: Gleich neben dem oberen Eingang zum Gartenhaus ist ein kleiner Rosengarten. Anfang Mai hat es dort zwar leider noch nicht geblüht, aber im Sommer ist er sicher einen Abstecher wert.
Das Museum Fotoatelier Seidel: ein echtes Hidden Gem


Ein Ort, den ich dir wirklich von ganzem Herzen empfehlen kann ist das Fotoatelier Seidel. Das Atelier ist heute ein kleines, liebevoll gestaltetes Museum. Ich habe mich dort gefühlt, als ob die Zeit einfach stehen geblieben ist. Die Zeitreise startet mit einem kurzen Film über die Familie Seidel und ihr Schicksal, und ich gebe zu, ich fand das schon sehr berührend.

Danach kann man die historischen Räume besichtigen: u.a. das eigentliche Fotoatelier mit dem Glasdach, das Schlafzimmer, das Wohnzimmer und das Büro. Alles ist so detailreich hergerichtet, dass man das Gefühl hat, die Familie Seidel kommt jeden Moment wieder nach Hause. Sogar das Schlafgewand liegt auf dem Bett. Man bekommt einen echten Eindruck davon, wie das Leben damals gewesen sein muss.
Tipp: Wenn du eine ganz besondere Erinnerung an deine Reise mit nach Hause nehmen willst, kannst du dich hier wie im frühen 20. Jahrhundert fotografieren lassen! Dafür gibt es authentische Kleidung, Hüte, Schuhe, Handschuhe und Accessoires wie alte Kameras, Schirme oder Bücher.


Das Team vor Ort ist mit vollem Herzen dabei, erklärt dir alles ganz genau und zupft jedes Detail zurecht, damit das Bild perfekt wird. Das Ganze hat so viel Spaß gemacht und ist auf jeden Fall ein Souvenir, das man nicht überall bekommt.
ÖFFNUNGSZEITEN MUSEUM FOTOATELIER SEIDEL:
Di – So: 9 – 12 Uhr und 13 – 17 Uhr
letzter Einlass: 1 Stunde vor Schließung
TICKETS:
Erwachsene: 170 CZK (~€ 7), StudentInnen & SeniorInnen: 120 CZK (~€ 5),, Kinder 6 – 15 Jahre: 100 CZK(~€ 4),
Man kann auch Führungen durch das Museum buchen.
Preise für Fotoshooting
ADRESSE:
Linecká 272
Meine Tipps für deine Reise nach Český Krumlov

Wie viele Tage einplanen
Wenn du online nach Český Krumlov suchst, liest du oft, dass die Stadt so klein ist, dass ein Tagesausflug völlig ausreicht. Viele Reisegruppen machen das auch so: Sie werden in der Früh mit dem Bus hergebracht und am Nachmittag wieder eingesammelt. Aber wie zu Beginn schon erwähnt, würde ich auf jeden Fall mindestens eine, eher sogar zwei Übernachtungen einplanen.
Es stimmt schon, Český Krumlov ist nicht groß. Aber es gibt hier eben auch richtig viel zu sehen. Allein um das riesige Schlossareal in Ruhe zu erkunden, in der Früh durch den Schlossgarten zu spazieren oder das Fotoatelier Seidel und das Egon Schiele Art Centrum anzusehen, brauchst du Zeit. Wenn man dieses richtige Gefühl für die Stadt haben möchte, muss man auch einmal außerhalb der Altstadt unterwegs sein: sich einfach in ein Café in einer Seitengasse oder am Wasser setzen, an der Moldau entlangspazieren oder die Ruhe des Stadtparks genießen.
Und vor allem: Es ist so eine schöne Stimmung, wenn die Reisegruppen am späten Nachmittag die Stadt verlassen. Ich habe meinen Abendspaziergang jedenfalls sehr genossen. Am Ende hätte ich gerne noch mehr Zeit gehabt, und ein weiterer Besuch steht für mich jetzt schon fest auf dem Plan.
Hoteltipp

Ich habe im Hotel Bellevue übernachtet und kann es dir auf jeden Fall empfehlen. Es liegt zentral am Anfang der Latrán-Gasse, ist aber trotzdem absolut ruhig und nur wenige Minuten von der Burg entfernt. Auch einer der großen Parkplätze (P2) ist in Gehweite, was sehr praktisch ist, wenn du mit dem Auto anreist. Ich hatte das große Glück, ein Upgrade auf eine Junior Suite zu bekommen: Das Zimmer war wunderschön, das Badezimmer wie neu und das Bett sehr bequem.
Anreise
Du hast verschiedene Möglichkeiten, nach Český Krumlov zu kommen:
- Mit dem Auto: Das ist wahrscheinlich die einfachste und flexibelste Variante. Von der Wiener Stadtgrenze aus brauchst du ca. 2,5 Stunden nach Český Krumlov, von Linz z.B. nur etwas mehr als 1 Stunde.
- Mit dem Shuttlebus: Praktisch ist es auch einen Shuttlebus z.B. von Wien aus zu nutzen, der bringt dich direkt von Tür-zu-Tür nach Český Krumlov, die Fahrt dauert ca. 3,5 Stunden. Aber auch Busunternehmen wie z.B. Flixbus fahren nach Český Krumlov.
- Mit dem Zug: Eine direkte Zugverbindung gibt es leider nicht. Eine Variante ist es z.B. von Wien mit dem Zug nach Linz zu fahren, dort in die S3 nach Summerau umzusteigen und dann den Bus Richtung Budweis zu nehmen. Von dort musst noch einmal in den Zug oder Bus nach Český Krumlov umsteigen. Vom Bahnhof sind es dann noch ca. 30 Minuten zu Fuß in die Altstadt bzw. 15 Minuten vom Busbahnhof.
Parken
Die Altstadt von Český Krumlov ist nahezu autofrei. Man darf nur mit einer speziellen Genehmigung hineinfahren, und das Fahrverbot wird streng mit Kameras überwacht. Rund um das Zentrum gibt es die offiziellen Parkplätze P1 bis P7, wobei P1 und P2 am nächsten an der Altstadt liegen. Online kannst du nachsehen, wie viele Parkplätze noch frei sind.
Die ersten 40 Minuten parkst du gratis, danach kostet die Stunde je nach Parkplatz zwischen 30 und 60 CZK (ca. 1,20 € bis 2,40 €). Es gibt auch günstigere Langzeittarife: Auf dem P1 zahlt man für 5 bis 12 Stunden zum Beispiel 290 CZK (ca. 11,50 €).
Tipp: Wenn du während deines Aufenthalts öfter ein- und ausfahren möchtest, kannst du dir im Informationszentrum am Hauptplatz dein Ticket dafür holen. Du musst danach aber noch einmal vom Parkplatz ausfahren und mit dem neuen Ticket direkt wieder einfahren, erst durch dieses erneute Einfahren wird das Ticket für die wiederholte Nutzung aktiviert.
Český Krumlov Card

Die Karte gilt für einen einmaligen Eintritt in 5 Museen und Galerien: für das Egon Schiele Art Centrum, das Burgmuseum, das Museum Fotoatelier Seidel, das Regionalmuseum und das Klostermuseum, als Bonus gibt es auch noch kostenlosen Eintritt ins Egon Schiele Atelier. Sie ist 12 Monate lang gültig und kostet CZK 490 (~20 €), was einer Ersparnis von 50 % entspricht. Du bekommst die Karte im Infozentrum oder den teilnehmenden Museen (außer im Schlossmuseum).
Bezahlen
Obwohl Tschechien zur EU gehört, ist die offizielle Währung die Tschechische Krone (CZK), Kredit- und Debitkarten werden aber praktisch überall akzeptiert. In manchen Restaurants und Cafés konnte ich sogar problemlos mit Euro bezahlen.
Unterwegs in Český Krumlov
Vor Ort brauchst du kein Auto, die Altstadt ist ja wie erwähnt ohnehin autofrei und alles ist perfekt zu Fuß erreichbar. Selbst die Südvorstadt liegt nur ein paar Gehminuten vom Zentrum entfernt.
Sprache & Verständigung
Die Landessprache ist Tschechisch, aber habe mich auf Englisch problemlos überall verständigen können.






